Heute haben wir einen Entspannungstag eingelegt.
Wir haben aus der yogi Lounge ausgecheckt und sind zu einem Luxushotel im Norden der Stadt gefahren um den Swimming Pool zu benutzen.
Für umgerechnet 5 Euro durften wir etwas teilhaben an dem Flair, welches die europäischen Touristen, abseits der Backpacker geniessen.
So verbrachten wir fast einen halben Tag am Pool und ließen es uns gut gehen, zwei unterwürfige Angestellte wirbelten immer um uns herum.
Leider schloss der Poolbereich und wir mussten uns eine neue Zuflucht suchen,
was sieh da verlockender als ein großes leuchtendes M aus.
Der indische McDonalds sah genauso aus, wie überall sonst auf der Welt,
nur die Speisekarte war angepasst. Es gab kein Rindfleisch und sehr viele Sorten von vegetarischen Burgern.
Um etwa 23 Uhr begann unsere lange Reise für die wir uns den Tag lang gestärkt haben. Unser Ziel war das nepalesische Wild Life Resort Chichuwan.
Wir fuhren mit einem Nachtzug von Varanassi nach Gorakhpur, näher an die nepalesische Grenze kommt man leider mit dem Zug nicht. Nach etwa 9 Stunden Zugfahrt im Schlafabteil, was wir zuerst mit ca. 12 Indern teilten, bis der schaffner kam und 10 rausschmiss kamen wir in Gorakphur an.
Wir trafen ein amerikanisches Pärchen, sie lebte schon seit 2 ½ Jahren in Indien und er war schon mehrmals in Nepal. Wir schlossen uns ihnen an und machten uns auf die Suche nach dem Busbahnhof, etwa 3 Stunden später erreichten wir die Grenzstadt Sahari?… Hier mussten wir erst diverse Formulare auf der indischen Seite wegen der Ausreise und dann weitere Formulare für die Einreise nach Nepal ausfüllen. Nachdem wir 25 Us$ für das Visum zahlen mussten, neigten sich unsere Bargeldvorräte dem Ende zu. In diesem Punkt zeigte sich Nepal schon von seiner einfacheren Seite, es gibt keinen Geldautomaten in der Grenzstadt, so wechselten wir wenigstens 10 Euro um den nächsten Bus zu bezahlen. Der Royal Chichuan National Park ist etwa 150 km von der Grenze entfernt, der Busfahrer meinte es wird ca. 3-4 Stunden dauern.Doch nach 3 Stunden hatten wir noch nicht mal 30 KM hinter uns und plötzlich stockte der Verkehr komplett. Wir stiegen fast alle aus und es gab diverse Theorien, warum wir hier im Stau saßen. Die populärsten waren, die maoistischen Rebellen haben die Straße gesperrt, es gab einen großen Unfall oder es gäbe einen Streik,
natürlich gab es noch Mischformen der Gerüchte,wie weil es gestern einen großen Unfall gab und jemand starb gibt es heute einen Sreik…oder da die maoistischen Rebellen gestern einen Anschlag verübten serrt die nepalesische Armee jetzt die komplette Straße.
Ich lernte einen Geschäftsmann aus Punjab, wohnhaft in Australien kennen,
der auch im Stau steckte. Er erzählte mir, dass er auch nicht genau wüsste was los sei, er aber auf jeden Fall nicht länger als 3 Stunden hier stehen wird, da solche Staus mehrere Tage dauern können. Vor 4 Wochen musste er zur Grenze umkehren und einen 10 Stunden Umweg über die zweitgrößte Stadt Pochara nach Kathmandu einlegen. Er schickte seinen Fahrer los um raus zu finden, ob es Schleichwege um den Stau herum gebe. Auf einer Karte wurde mir schnell klar, dass es wirklich nur eine halbwegs normale Straße nach Kathmandu gibt, die anderen Straßen waren eher kleine Wege. Nach einer weiteren Stunde von Erzählungen wo er überall Geschäfte in der Welt macht, alles mit seinem Reisepass untermauert, der aus 5 zusammengeklebten Pässen bestand und Visa aus der halben Welt beinhaltete kam sein Fahrer mit der Information zurück, dass es Schleichwege über 5 Dörfer herum gäbe und das es ungefähr 35 Km Umweg wären. Er bot mir und Julia an mit in seinem Jeep zu fahren, nach kurzer Unterredung, „Wie gefährlich ist das? etc“ entschieden wir uns mitzufahren. Wir zogen von unserem klapprigen Linienbus in einen schönen 4 Rad Jeep und machten uns auf den Weg. Nach etwa 10 minütiger Fahrt kam die erste Straßen schranke ich dachte es wäre eine Art Bestechungsgeld nötig, da der Fahrer raus ging und Geld bezahlte, doch uns wurde erklärt, dass dieses Dorf diesen Teil der Straße selbst gebaut hat, da die Regierung unfähig ist und sie jetzt über eine Straßenmaut das Geld wieder rein holen.
Ungefähr alle 10 Minuten hielten wir an um nach dem Weg zu fragen wir schienen auf der richtigen Strecke zu sein. Die Straßenbedingungen waren wirklich miserabel, doch die Landschaft war wunderschön, saftig grüne Reisfelder, im Hintergrund die Berge und eine entspannte Dorfbevölkerung.
Der friedliche Zustand hielt nicht lange, wir fuhren über eine kleine Brücke und es machte „pffff“, der rechte Hinterreifen war hinüber. Nach einem recht schnellen Reifenwechsel fuhr der Fahrer noch vorsichtiger (langsamer), da sie nur ein Ersatzrad hatten. Nach etwa 2 ½ Stunden erreichten wir die „große“ Straße wieder. Nachdem wir in der Stadt angekommen waren von der es nach Chichuan abging hielten wir an um einen Kioskbesitzer zu fragen, wann der nächste Bus käme, er meinte in 2 Stunden. Das veranlasste unseren Gastgeber uns bis zum Hotel zu fahren, obwohl es für ihn etwa eine Stunde Umweg war.
Wir waren wirkich sehr positiv überrascht und er bekam das mit und versuchte zu erklären. Die Erklärung war eine Mischung aus eine „Hand wäscht die andere“ und wenn er im Ausland unterwegs war, hätte er sich oft mehr Hilfe gewünscht.
Er bot uns auch noch in seinen Heimatstaat Punjab ein und meinte sein Bruder, der auch dabei war, würde mit uns eine mehrtägige Tour durch Punjab machen,
alles kostenlos und wir könnten in seinen Häusern übernachten.
Mal schauen, wir haben auf jeden Fall Emailadressen ausgetauscht.
Jetzt sind wir im Wildlife Hotel und es kommt uns so vor, als wären wir die einzigen Gäste, aber davor hat uns der Reiseführer schon gewarnt. Nepal hat massiv Überkapazitäten an Hotelbetten und wir sind außerhalb der Saison (Dezember – März) hier. Jetzt sitze ich gerade auf unserem Hotelbalkon während ich diesen Text schreibe und schau den Elefanten, den Schulmädchen in Uniformen und den vereinzelten Touristen zu, die hier vorbeiziehen.
Es ist so friedlich und ruhig hier, ich glaube man muss davor im hektischen & lauten Indien gewesen sein um Nepal richtug zu geniessen.