Diwali und die letzten Tage in Indien

Diwali und die letzten Tage in Indien

 

Jetzt ist es nur noch eine Woche und ich werde in den Flieger nach Helsinki steigen und dort ein neues Leben beginnen……

 

 

Der Helsinki Teil stimmt noch, aber diesmal werde ich nur eine Stunde am finnischen Flughafen verbringen und dann geht es endlich wieder in die Mutterstadt Berlin :)

 

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen von DIWALI.

Diwali ist das wichtigste Fest im Hinduismus, heißt übersetzt Fest des Lichtes und symbolisiert den Sieg des Guten gegen das Böse.

Wenn man nach einem europäischen Gegenstück sucht welches dasselbe Spektakel wie Diwali hier erzeugt, kombiniere man einfach  Weihnachten und Silvester. Die weihnachtlichen Elemente sind die unglaubliche Vorfreude, die massive Kommerzialisierung, es wird mit der Familie gefeiert und es gibt sehr sehr viele Geschenke. Silvester ähnelt es, da es nach dem alten Kalender die Willkommenheißung des neuen Jahres ist und bei einem „Fest des Lichtes“ natürlich die ganzen Kracher und Raketen nicht fehlen dürfen.

 

Neben Diwali begann auch schon teilweise die Zeit der Abschiede, ich war bei einer  Kollegin eingeladen durfte ihre süßen zwei kleinen Mädchen (2 und 5) und ihren Ehemann kennen lernen. Hier wurde mir nochmal klar, dass nicht nur die Oberschicht viel Personal hat. Von Kindermädchen, Putzfrau und Köchin war alles vorhanden. Da sie außerhalb von Delhi lebt, übernachtete ich im Gästzimmer und am nächsten morgen ging es gemeinsam wieder ins Büro.

 

Nach diesem indisch familiären Abend stand der nächste Abend ganz im Zeichen  des Delhier Nachtlebens. Erst war ich zu einem Geburtstagsessen eines Freundes eingeladen und dann ging es ins Urban, wo ich den Rest meiner deutsch-indischen Partyleute traf.

 

Die meisten Mitarbeiter hatten sich den Brückentag freigenommen und so war es  zwar recht einsam einen Tag vor Diwali im Büro, doch auch das hat seine Vorteile, im Stundentakt kam ein Bote vorbei und hat Diwali Geschenke vorbei gebracht :)

 

Diwali selbst habe ich mit meinem Gastgeber im Hyat Hotel bei richtig leckerem italienischen Essen verbracht, das war auch die richtige Entscheidung denn sobald es dunkel wurde, war die Feuerwerksschlacht auf den Straßen Delhis eröffnet.

 

Die letzten Tage in Delhi werde ich noch viele Leute das letzte Mal sehen :(

und sonst schon in Gedanken in Berlin bei meiner Familie und Freunden sein.

 

Es hat mich gefreut das ihr mich auf meiner Reise begleitet habt!

 

Luis in India

Kerala

Kerala

 

Wirklich fast schon schweren Herzens verliess ich die Strände Goas Richtung Süden. Ich hatte ein Nachtzugticket in der zweiten Klasse gebucht um die ca. 1000 km nach Kochi hinter mich zu lassen. Der Zug sollte um 22:00 losfahren und am frühen Nachmittag in Kochi ankommen.  Wieso ich das so betone?

Wie das mit dem SOLLTE in Indien so ist, kam der Zug natürlich 3 Stunden zu spät und währen um mich herum auf de Bänken auf dem Boden alle Inder gemütlich schliefen langweilte ich mich am Bahnhof. Als der Zug dann  endlich ankam, gabs kein Halten für mich. Wie ein guter Inder schnell reingedrängelt und die reservierte Liege beschlagnahmt, nachdem ich mein Gegepäck gut verstaut und mit diversen Ketten befestigt schlief ich auch recht schnell ein. Aufgeweckkt von einem Piksen in meiner Brust stand ein großer Inder, ja die gibt’s auch, vor mir und zeigte auf meine Schuhe und dann auf eine andere Liege…

Ich wusste wirklich nicht was er wollte und Englisch sprach er nicht, bis mir dank exzessiver Reiseführerlektüre einfiel, das es Inder mit Schuhen und Füßen so haben, denn diese gelten als unrein bzw. man zeigt damit nicht auf andere Menschen. Jetzt machte  seine Handbewegungen auch Sinn ich zeigte direkt auf sein Gesicht mit meinen Schuhen…also Schuhe ausgezogen und weiter geschlafen.  Irgendwann gegen 7 kommen die Tee – und Kaffeeverkäufer und beginnen ihre Verkaufgesänge. Irgendwann fragte ich einen Fahrer wann wir den  ankommen werden, er zuckte mit den Schultern und meinte später, nicht jetzt.

Als mir dann ein Sitznachbar mitteilte das es wohl noch 11-12 stunden werden,entschied ich mich weiter zu schlafen…

 

Zum Glück endet auch die längst Fahrt und ich war in Kochin bzw. Ernaukulum der neuere Teil der Stadt, ich hatte zum Glück schon ein Hotelzimmer reserviert und was sich auch als gut herausstellte, nur kleine Kakerlaken und auch nur im Badezimmer, was will man mehr :)

 

Die nächsten Tage erkundete ich Fort Kochin, die Altstadtinsel, sehr schöne alte Gebäude, sowohl niederländischem, portugiesischem oder englischem Einfluß zuortbar.

Am schönsten war aber die ganztägige Backwatertour, die Backwater sind ein verwinkelter aber zusammenhängendes Binnengewässer was von den Bergwassern gespeist wird und irgendwann ins Meer übergeht. Sehr idylisch zwischen den kleinen und großen Inseln lang zufahren. Leider wurde das Wetter immer schlechter und ich entschied mich meinen Kerala Aufenthalt zu verkürzen.

 

Da ich eh keine Zugtickets mehr bekommen habe nach Mumbai, flog ich am nächsten Tag nach Bombay (Mumbay). Selbst Fligen ist hier nicht ganz einfach, spät abends erhielt ich einen Anruf der GoAir, ja leider sei mein Flug gecancelt tut ihnen leide, aber sie wünschen noch einen schönen Abend. So spät waren die Internetcafes und Reisebüros natürlich schon geschlossen, dank meines Vaters, meinem Handy und dem Internet konnte dann doch noch ein Ersatzticket gebucht werden.

Goa – Ist das hier Indien?

Goa – Ist das hier Indien?

 

Anfang Oktober habe ich mich auf den Weg in das indische Urlaubs ziel Nummer 1 gemacht, ab nach GOA. Goa ist eine der kleinsten Bundesstaaten Indiens mit 1,4 Millionen  Einwohnern und man merkt recht schnell, dass die 450 Jahre unter portugiesischer Herrschaft  nicht ohne Spuren geblieben sind. Goa versprüht einen mediterranes Gefühl gemixt mit den guten Seiten des indischen Lebens.n 

Goas Strände sind traumhaft, doch auch hier gibt es Unterschiede. Im Norden (Calangute, Baga etc.) sind viele Pauschaltouristen, primär aus England unterwegs, die direkt von London nach Goa fliegen und es scheint, dass sie sich sich außer den Stränden und Nachtclubs  nicht viel angucken. Das ist bei diesen Stränden sicher nicht verwerflich, es fällt nur auf, da dies die ersten Pauschaltouristen sind die ich in Indien gesehen habe.

Ruhiger wird es in der Mitte von Goas Stränden, hier habe ich auch die meiste Zeit verbracht am Benaulim Beach. Erwähnenswert sind noch Panjim als größte Stadt Goas und Old Goa, ehemals eine der größten Metropolen der Welt, doch jetzt quasi ein Museum von alten portugiesischen Kirchen mitten in Indien.

 

Also ich könnte mir durchaus vorstellen in Zukunft es einmal den englischen Touristen gleich zu machen und direkt nach Goa zu fliegen.

Bombenanschlag in Delhi

Gestern abend fuhr ich mit meinem Gastgeber durch die Stadt und ein Mitarbeiter rief ihn an.
Es soll ein oder mehrere Terroranschlaege in Delhi gegeben haben. I
Wir waren auf dem Weg zu einer Hotelbar und dort angekommen, konnten wir schon an den verstaerkten Sicherheitsmassnahmen, Check nach Bomben, sehen das etwas nicht stimmte.
Im Hotel angekommen, lief dann auch auf allen Fernsehsendern Bilder der Anschlaege.
Am Anfang hiess es noch es gebe keine Toten aber 30 Verletzte.
Leider blieb es nicht bei dem einen Anschlag, die Zahlen der Opfer stiegen den ganzen Abend,
auf 50 Verletzte und 20 Tote.  Besonders komisch war das Gefuehl, dass die Bomben teilweise an Orten hochgegangen sind die ich kenne.
Die erste Explosin fand im Gaffar Market von Karol Bagh statt, zwei weitere waren im Marktgebiet Greater Kailash (GK), auf dem ich erst letzte Woche war und zwei direkt im Zentrum beim Cannought Place (CP), der immer sehr gut besucht wird sowohl von Indern als auch von Touristen. (Infos von) Dieselben Gedanken hatte eine junge Inderin indem sie aufzaehlt, dass sie regelmaessig bei all diesen Plaetzen ist ” It could have been me”.
Terroranschlag in New Delhi am 13.9.2008
Terroranschlag in New Delhi am 13.9.2008

Weitere Bilder gibt es auf dieser Seite.

Die Kritik an der Regierung und an der moslemischen Gemeinschaft liess nicht lange auf sich warten.
Die Regierung wird fuer ihre Unfaehigkeit geruegt, gerade beim Connaught Place, der in der Naehe des Regierungsviertels ist, haette soetwas verhindert werden muessen. Der muslimischen Gemeinschaft wird vorgeworfen, nichts gegen die Fundamentalisten in ihren eigenen Reihen zu unternehmen. 

Sehr interessant fand ich auch die Gedankengaenge eines Inders zu lesen, dessen Familie nur knapp den Bomben entkommen ist, er wirft viele Fragen auf, wie kann soetwas im Namen Allahs passieren,
wie koennen solche Menschen jemals erwarten, dass sie Erfolg haben.

Auch die deutsche Medien berichteten, wie zum Beispiel die Tagesschau, hier nachzulesen.

Ich habe in diesem Artikel andere Artikel und Meinungen zitiert, da ich selbst noch nicht weiss was ich von der Sache halten soll. Es ist zwar ein ungutes Gefuehl, die Orte zu kennen und an die ganzen Verletzten und Tote zu denken, doch unsicher fuehle ich mich nicht. Das Leben geht hier weiter.

1 Monat Indien

Nach ungefähr einem Monat bin ich heute zu meiner ersten Anlaufstelle in Indien dem Vivek Hotel zurückgekehrt. Es war ein sehr komisches Gefühl, in meiner Erinnerung war der Ort so laut, so dreckig, so voller Chaos und jetzt?

Ja es war viel Verkehr in den kleinen Gassen, aber ich bin ganz souverän, allen ausgewichen und irgendwie scheint man das auch aus zu strahlen, denn ich wurde im Gegensatz zu meinem ersten Aufenthalt fast nicht von Verkäufern und Schleppern angesprochen.

 

Ich war mit einigen deutschen Neuankömmlingen auf der Dachterrasse des Hotels  verabredet und habe mich wie in der Zeit zurückversetzt gefühlt.

Genau die selben Gefühle, des Erdrücktwerdens durch die neuen Eindrücke, die ganzen Sorgen wegen Moskitos und Malaria.  Die ersten Erlebnisse mit den Schleppern und Neppern, doch gleichzeitig auch das Strahlen in den Augen.

 

Für mich kann ich jetzt definitiv nach einem Monat sagen, ich bin angekommen in Indien und es ist ein sehr gutes Gefühl!

Kathmandu

17-21. Kathmandu

 

Nach einer etwa 8 stündigen Busfahrt kamen wir wohlbehütet in Kathmandu an.

Wir wurden von den Hoteliers in Pokhara schon vorgewarnt, dass Kathmandu fast schon „indisch“ sei. Sie meinten damit, dreckig, laut viele Abzocker, Diebe, Verkäufer etc. Da wir wussten was auf uns zukommt waren wir fast positiv überrascht, naürlich wurden wir von Hotelvermittlern, Trekingtourverkäufern, Geigenspielern und Flötenverkäufern auf unserem Weg  belatschert, aber es hielt sich in Grenzen.

 

Wir machten uns gleich nach dem wir im Students Guest House eingecheckt waren auf den Weg. Mit einer Fahrradrikscha fuhren wir zu einer riesigen

Tempelanlage am Durba Square. Hier sind wieder allen möglichen Gottheiten Tempel gewidmet, doch wer denkt nur Götter die der weltlichen Welt schon entkommen sind werden verehrt, der irrt. Kumari ist eine lebende Göttin im Körper eines kleinen Mädchens, sie bleibt lebende Göttin bis zu ihrer ersten Periode, dann beginnt die Suche nach einem neuen Mädchen. Wir haben Sie nur auf Postkarten gesehen, da Sie gerade keine Lust hatte aus dem Fenster zu gucken.

 

Am Abend merkten wir langsam die Auswirkungen des Smogs, der die ganze Stadt überzieht, ein Reizhusten wird zur Gewohnheit und irgendwie muss man schneller atmen und wird schneller müde.

Kathmandu ist wirklich eine schöne Stadt, aber man muss wirklich regelmässig ins umliegende Tal um etwas frische Luft zu schnappen.

Das taten wir auch am nächsten Tag und fuhren raus nach Pashupatinat, eine weitere Tempelanlage, bei der man als Tourist wieder  tief in die Tasche greifen muss. Hier wohnten wir einer Verbrennung bei, wir sahen wie der Mann auf einer Trage hergebracht wurde, wie das Feuer rituell vorbereitet wird, wie der Körper mit Flusswasser gewaschen wird und dann entflammt wurde.

 

Das Obskure ist das gleichzeitig Kinder ins Wasser springen, neue todkranke Menschen ins benachbarte Sterbelager gebracht werden und weitere Tote aufgebahrt werden, es herrscht ein andauerndes Gewusel.

 

Unser nächster Aufenthalt war schon viel ruhiger, die  Boudha Stupa ist eine der heiligsten Stätten der Buddhisten. Die Buddhisten laufen alle um die riesige Stupa herum und drehen an den metallenen Gebetsrollen. Ein sehr besinnlicher und beruhigender Ort. 

 

Indien Bilder Slideshow

Your pictures and fotos in a slideshow on MySpace, eBay, Facebook or your website!view all pictures of this slideshow

Die Bilder sind zum Grossteil aus Varanassi und danach aus Nepal.

Pokhara

Der Weg von Chitwan nach Pokhara (zweitgrößte Stadt Nepals) war landschaftlich sehr schön, man fuhr immer einem Fluß entlang zwischen den Bergen und man merkte schon bald, dass man sich dem Himalaya näherte.

 

Pokhara hat ein sehr touristisches Viertel direkt am See, hier an der Lakeside liegen auch alle Hotels und Restaurants. Der See ist wunderschön und das Panorama auf die Berge echt beeindruckend. Leider ging es mir gesundheitlich nicht so gut, so dass ich von Pokhara eher vom Hotelzimmer erzählen könnte.

 

Was ich erlebt habe, war ein Krankenhaus in einem katastrophalen Zustand , was mich veranlasst hat zu einem teuren Hotel zu gehen und den Hoteldoktor  aufzusuchen.

 

Von den schönen Seiten war hier für mich nur das Hotel mit einem guten TV-Programm (CNN,BBC,HBO, etc.) eine gute Kanufahrt und zweimaliges Schwimmen im klaren Wasser.

Chitwan Nationalpark - die wilden Tiere

7.-10.Tag Chitwan

 

Schon am ersten Tag in Sauraha wurden wir mit einer morgendlichen

Überraschung begrüßt, gerade auf dem Weg zum Frühstück begegnete uns der 

Hauselefant. Der Elefantenführer fragte uns, ob wir mit zur morgendlichen Badung kommen wollten, das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Schnell die Schwimmsachen geholt und der Elefantging vor uns auf die Knie

aber selbst in disem Zustand ist er noch fast  2 m hoch, mit Hilfe eines Stuhles erklimmten wir den grauen Koloss. Dann ging es schwankend Richtung See, so richtig bequem ist es nicht aber es war ein Riesenspaß. Als besonders schwierig erwies sich dann das gemeinsam mit dem Elefanten ins Wasser gehen, aber wenn man sich auf seinen Rücken legte klappte es ganz gut.

Im Wasser gab es noch ein paar Showeinlagen, der Elefant bespritzt einem mit Wasser, rollt sich u.v.m.

 

Sauraha ist eine kleines Dorf direkt vor den Toren des Chitwan Nationalparks,

sehr touristisch ausgelegt, aber in 10 Minuten Fahrradumgebung kann man auch kleine traditionelle Dörfer anschauen.

Da wir uns mit einem jungen Hotelangestellten angefreundet haben, verabredeten wir uns zu einer Fahrradtour. Er zeigte uns die kleinen Dörfer der Tharu, ein alter Stamm der in dieser Region Nepals sesshaft ist. Wir fuhren in die nächst größere Stadt, in der er mir seinen besten Freund vorstellte, der am örtlichen College für Computer Science unterrichtet. Julia machte sich weiter auf den Weg zu den 20.000 Seen und ich schaute mir das „College“ an. Von der Einrichtung und den Räumen war es mehr als primitiv, aber die Fertigkeiten der Schüler konnten sich sehen lassen. Guter, sicherer  Umgang mit Photoshop, Dreamweaver und allen Office Programmen. Aber wie es ja so oft an Lehrstätten ist, die wenigsten setzten ihr Wissen in die Praxis  (eigene Webseiten) um.

Wir haben Email Adresse ausgetauscht, vielleicht kann man ja mal was ausprobieren mit den Jungs. Mein Begleiter bestand noch darauf mir sein Haus zu zeigen, vorher fuhr er noch etwa 3mal quer mit mir durchs Dorf, das auch ja jeder sehen kann, was für Besuch er hat.  Das Haus, war ein großes Steinhaus inmitten eines großen Reisfeldes, in Europa eher unterer Standard, aber im Vergleich zu den Holzhütten wahrer Luxus. Irgendwann kam dann auch Julia und wir radelten gemeinsam im Dunklen zurück zum Hotel.

 

Am nächsten Tag stand eine Kanutour auf dem Programm, im Endeffekt hat man sich nur treiben lassen, die Stille genossen, den Dschungel beobachtet und die Krokodile beäugt. Danach ging es ins Elephant Breeding Centre, wo die Elefanten  der Hotels geboren und geschult werden. Hier laufen auch viele kleine Elefanten  Babys rum, die einen wegschupsen und auch ein „Baby“ hat schon einen enormen Umfang. 

 

Der nächste Morgen begann schon sehr früh um kurz vor 6, denn wir hatten eine 

Dschungel-Elefanten Ritt vor uns. Diesmal waren die Elefanten mit einem Holzgestell bestückt und je vier Leute konnten auf einen Elefanten steigen, jeder in eine Ecke des Gestells, so dass man Rücken an Rücken saß. Julia und ich saßen zum Glück vorne und dann ging das Geschaukel los :)

Der Dschungel war sehr dicht, feucht und überall bewegte sich etwas, doch hoch  oben auf den Elefanten fühlt man sich recht sicher. Auf die Frage ob man auch zu Fuß durch den Dschungel gehen könnte, hieß es man braucht zwe Führer einer hinten einer vorn und die würden einem dann schon vor den Tigern schützen,

aber es sei „ a bit risk“. Vor den Elefanten hatten die Tiger wohl Respekt, dafür sahen wir einige Rhinozerosse, diverse Reharten, asiatische Wildschweine, viele Affen und Vögel. Der Dschungel Ritt war schon recht abenteuerlich, da die Elefanten auch nicht immer genau das machten was der Elefantenführer wollte und wir oft sehr nah an den Bäumen vorbeischrammten. Ein zurückgeschleuderter Strauch hat mich auch erwischt und von der Reaktion auf meiner Haut her muss es so etwas wie eine tropische Brenessel gewesen sein. Alles in Allem hatten wir eine sehr schoene Zeit in Chitwan.

Varanassi und der abenteuerliche Weg nach Nepal

Heute haben wir einen Entspannungstag eingelegt.

Wir haben  aus der yogi Lounge ausgecheckt und sind zu einem Luxushotel im Norden der Stadt gefahren um den Swimming Pool zu benutzen.

Für umgerechnet 5 Euro durften wir etwas teilhaben an dem Flair, welches die europäischen Touristen, abseits der Backpacker geniessen.

So verbrachten wir fast einen halben Tag am Pool und ließen es uns gut gehen, zwei unterwürfige Angestellte wirbelten immer um uns herum.

Leider schloss der Poolbereich und wir mussten uns eine neue Zuflucht suchen,

was sieh da verlockender als ein großes leuchtendes M aus.

Der indische McDonalds sah genauso aus, wie überall sonst auf der Welt,

nur die Speisekarte war angepasst. Es gab kein Rindfleisch und sehr viele Sorten von vegetarischen Burgern.

 

Um etwa 23 Uhr begann unsere lange Reise für die wir uns den Tag lang gestärkt haben. Unser Ziel war das nepalesische Wild Life Resort Chichuwan.

Wir fuhren mit einem Nachtzug von Varanassi nach Gorakhpur, näher an die nepalesische Grenze kommt man leider mit dem Zug nicht. Nach etwa 9 Stunden Zugfahrt im Schlafabteil, was wir zuerst mit ca. 12 Indern teilten, bis der schaffner kam und 10 rausschmiss kamen wir in Gorakphur an.

Wir trafen ein amerikanisches Pärchen, sie lebte schon seit 2 ½ Jahren in Indien und er war schon mehrmals in Nepal. Wir schlossen uns ihnen an und machten uns auf die Suche nach dem Busbahnhof, etwa 3 Stunden später erreichten wir die Grenzstadt Sahari?…  Hier mussten wir erst diverse Formulare auf der indischen Seite wegen der Ausreise und dann weitere Formulare für die Einreise nach Nepal ausfüllen. Nachdem wir 25 Us$ für das Visum zahlen mussten, neigten sich unsere Bargeldvorräte dem Ende zu. In diesem Punkt zeigte sich Nepal schon von seiner einfacheren Seite, es gibt keinen Geldautomaten in der Grenzstadt, so wechselten wir wenigstens 10 Euro um den nächsten Bus zu bezahlen. Der Royal Chichuan National Park ist etwa 150 km von der Grenze entfernt, der Busfahrer meinte es wird ca. 3-4 Stunden dauern.Doch nach 3 Stunden hatten wir noch nicht mal 30 KM hinter uns und plötzlich stockte der Verkehr komplett. Wir stiegen fast alle aus und es gab diverse Theorien, warum wir hier im Stau saßen. Die populärsten waren, die maoistischen Rebellen haben die Straße gesperrt, es gab einen großen Unfall oder es gäbe einen Streik,

natürlich gab es noch Mischformen der Gerüchte,wie weil es gestern einen großen Unfall gab und jemand starb gibt es heute einen Sreik…oder da die maoistischen Rebellen gestern einen Anschlag verübten serrt die nepalesische Armee jetzt die komplette Straße.

 

Ich lernte einen Geschäftsmann aus Punjab, wohnhaft in Australien kennen,

der auch im Stau steckte. Er erzählte mir, dass er auch nicht genau wüsste was los sei, er aber auf jeden Fall nicht länger als 3 Stunden hier stehen wird, da solche Staus mehrere Tage dauern können. Vor 4 Wochen musste er zur Grenze umkehren und einen 10 Stunden Umweg über die zweitgrößte Stadt Pochara nach Kathmandu einlegen. Er schickte seinen Fahrer los um raus zu finden, ob es Schleichwege um den Stau herum gebe. Auf einer Karte wurde mir schnell klar, dass es wirklich nur eine halbwegs normale Straße nach Kathmandu gibt, die anderen Straßen waren eher kleine Wege. Nach einer weiteren Stunde von Erzählungen wo er überall Geschäfte in der Welt macht, alles mit seinem Reisepass untermauert, der aus 5 zusammengeklebten Pässen bestand und Visa aus der halben Welt beinhaltete  kam sein Fahrer mit der Information zurück, dass es Schleichwege über 5 Dörfer herum gäbe und das es ungefähr 35 Km Umweg wären. Er bot mir und Julia an mit in seinem Jeep zu fahren, nach kurzer Unterredung, „Wie gefährlich ist das? etc“ entschieden wir uns mitzufahren. Wir zogen von unserem klapprigen Linienbus in einen schönen 4 Rad Jeep und machten uns auf den Weg. Nach etwa 10 minütiger Fahrt kam die erste Straßen schranke ich dachte es wäre eine Art Bestechungsgeld nötig, da der Fahrer raus ging und Geld bezahlte, doch uns wurde erklärt, dass dieses Dorf diesen Teil der Straße selbst gebaut hat, da die Regierung unfähig ist und sie jetzt über eine Straßenmaut das Geld wieder rein holen.

 

Ungefähr alle 10 Minuten hielten wir an um nach dem Weg zu fragen wir schienen auf der richtigen Strecke zu sein. Die Straßenbedingungen waren wirklich miserabel, doch die Landschaft war wunderschön, saftig grüne Reisfelder, im Hintergrund die Berge und eine entspannte Dorfbevölkerung.

Der friedliche Zustand hielt nicht lange, wir fuhren über eine kleine Brücke und es machte „pffff“, der rechte Hinterreifen war hinüber. Nach einem recht schnellen Reifenwechsel fuhr der Fahrer noch vorsichtiger (langsamer), da sie nur ein Ersatzrad hatten.   Nach etwa 2 ½ Stunden erreichten wir die „große“ Straße wieder. Nachdem wir in der Stadt angekommen waren von der es nach Chichuan abging hielten wir an um einen Kioskbesitzer zu fragen, wann der nächste Bus käme, er meinte in 2 Stunden. Das veranlasste unseren Gastgeber uns bis zum Hotel zu fahren, obwohl es für ihn etwa eine Stunde Umweg war.

Wir waren wirkich sehr positiv überrascht und er bekam das mit und versuchte zu erklären. Die Erklärung war eine Mischung aus eine „Hand wäscht die andere“  und wenn er im Ausland unterwegs war, hätte er sich oft mehr Hilfe gewünscht.

Er bot uns auch noch in seinen Heimatstaat Punjab ein und meinte sein Bruder, der auch dabei war, würde mit uns eine mehrtägige Tour durch Punjab machen,

alles kostenlos und wir könnten in seinen Häusern übernachten.

Mal schauen, wir haben auf jeden Fall Emailadressen ausgetauscht.

 

Jetzt sind wir im Wildlife Hotel und es kommt uns so vor, als wären wir die einzigen Gäste, aber davor hat uns der Reiseführer schon gewarnt. Nepal hat massiv Überkapazitäten an Hotelbetten und wir sind außerhalb der Saison (Dezember – März) hier. Jetzt sitze ich gerade auf unserem Hotelbalkon während ich diesen Text schreibe und schau den Elefanten, den Schulmädchen in Uniformen und den vereinzelten Touristen zu, die hier vorbeiziehen.

Es ist so friedlich und ruhig hier, ich glaube man muss davor im hektischen & lauten Indien gewesen sein um Nepal richtug zu geniessen.