Bombenanschlag in Delhi

Gestern abend fuhr ich mit meinem Gastgeber durch die Stadt und ein Mitarbeiter rief ihn an.
Es soll ein oder mehrere Terroranschlaege in Delhi gegeben haben. I
Wir waren auf dem Weg zu einer Hotelbar und dort angekommen, konnten wir schon an den verstaerkten Sicherheitsmassnahmen, Check nach Bomben, sehen das etwas nicht stimmte.
Im Hotel angekommen, lief dann auch auf allen Fernsehsendern Bilder der Anschlaege.
Am Anfang hiess es noch es gebe keine Toten aber 30 Verletzte.
Leider blieb es nicht bei dem einen Anschlag, die Zahlen der Opfer stiegen den ganzen Abend,
auf 50 Verletzte und 20 Tote.  Besonders komisch war das Gefuehl, dass die Bomben teilweise an Orten hochgegangen sind die ich kenne.
Die erste Explosin fand im Gaffar Market von Karol Bagh statt, zwei weitere waren im Marktgebiet Greater Kailash (GK), auf dem ich erst letzte Woche war und zwei direkt im Zentrum beim Cannought Place (CP), der immer sehr gut besucht wird sowohl von Indern als auch von Touristen. (Infos von) Dieselben Gedanken hatte eine junge Inderin indem sie aufzaehlt, dass sie regelmaessig bei all diesen Plaetzen ist ” It could have been me”.
Terroranschlag in New Delhi am 13.9.2008
Terroranschlag in New Delhi am 13.9.2008

Weitere Bilder gibt es auf dieser Seite.

Die Kritik an der Regierung und an der moslemischen Gemeinschaft liess nicht lange auf sich warten.
Die Regierung wird fuer ihre Unfaehigkeit geruegt, gerade beim Connaught Place, der in der Naehe des Regierungsviertels ist, haette soetwas verhindert werden muessen. Der muslimischen Gemeinschaft wird vorgeworfen, nichts gegen die Fundamentalisten in ihren eigenen Reihen zu unternehmen. 

Sehr interessant fand ich auch die Gedankengaenge eines Inders zu lesen, dessen Familie nur knapp den Bomben entkommen ist, er wirft viele Fragen auf, wie kann soetwas im Namen Allahs passieren,
wie koennen solche Menschen jemals erwarten, dass sie Erfolg haben.

Auch die deutsche Medien berichteten, wie zum Beispiel die Tagesschau, hier nachzulesen.

Ich habe in diesem Artikel andere Artikel und Meinungen zitiert, da ich selbst noch nicht weiss was ich von der Sache halten soll. Es ist zwar ein ungutes Gefuehl, die Orte zu kennen und an die ganzen Verletzten und Tote zu denken, doch unsicher fuehle ich mich nicht. Das Leben geht hier weiter.

1 Monat Indien

Nach ungefähr einem Monat bin ich heute zu meiner ersten Anlaufstelle in Indien dem Vivek Hotel zurückgekehrt. Es war ein sehr komisches Gefühl, in meiner Erinnerung war der Ort so laut, so dreckig, so voller Chaos und jetzt?

Ja es war viel Verkehr in den kleinen Gassen, aber ich bin ganz souverän, allen ausgewichen und irgendwie scheint man das auch aus zu strahlen, denn ich wurde im Gegensatz zu meinem ersten Aufenthalt fast nicht von Verkäufern und Schleppern angesprochen.

 

Ich war mit einigen deutschen Neuankömmlingen auf der Dachterrasse des Hotels  verabredet und habe mich wie in der Zeit zurückversetzt gefühlt.

Genau die selben Gefühle, des Erdrücktwerdens durch die neuen Eindrücke, die ganzen Sorgen wegen Moskitos und Malaria.  Die ersten Erlebnisse mit den Schleppern und Neppern, doch gleichzeitig auch das Strahlen in den Augen.

 

Für mich kann ich jetzt definitiv nach einem Monat sagen, ich bin angekommen in Indien und es ist ein sehr gutes Gefühl!

Kathmandu

17-21. Kathmandu

 

Nach einer etwa 8 stündigen Busfahrt kamen wir wohlbehütet in Kathmandu an.

Wir wurden von den Hoteliers in Pokhara schon vorgewarnt, dass Kathmandu fast schon „indisch“ sei. Sie meinten damit, dreckig, laut viele Abzocker, Diebe, Verkäufer etc. Da wir wussten was auf uns zukommt waren wir fast positiv überrascht, naürlich wurden wir von Hotelvermittlern, Trekingtourverkäufern, Geigenspielern und Flötenverkäufern auf unserem Weg  belatschert, aber es hielt sich in Grenzen.

 

Wir machten uns gleich nach dem wir im Students Guest House eingecheckt waren auf den Weg. Mit einer Fahrradrikscha fuhren wir zu einer riesigen

Tempelanlage am Durba Square. Hier sind wieder allen möglichen Gottheiten Tempel gewidmet, doch wer denkt nur Götter die der weltlichen Welt schon entkommen sind werden verehrt, der irrt. Kumari ist eine lebende Göttin im Körper eines kleinen Mädchens, sie bleibt lebende Göttin bis zu ihrer ersten Periode, dann beginnt die Suche nach einem neuen Mädchen. Wir haben Sie nur auf Postkarten gesehen, da Sie gerade keine Lust hatte aus dem Fenster zu gucken.

 

Am Abend merkten wir langsam die Auswirkungen des Smogs, der die ganze Stadt überzieht, ein Reizhusten wird zur Gewohnheit und irgendwie muss man schneller atmen und wird schneller müde.

Kathmandu ist wirklich eine schöne Stadt, aber man muss wirklich regelmässig ins umliegende Tal um etwas frische Luft zu schnappen.

Das taten wir auch am nächsten Tag und fuhren raus nach Pashupatinat, eine weitere Tempelanlage, bei der man als Tourist wieder  tief in die Tasche greifen muss. Hier wohnten wir einer Verbrennung bei, wir sahen wie der Mann auf einer Trage hergebracht wurde, wie das Feuer rituell vorbereitet wird, wie der Körper mit Flusswasser gewaschen wird und dann entflammt wurde.

 

Das Obskure ist das gleichzeitig Kinder ins Wasser springen, neue todkranke Menschen ins benachbarte Sterbelager gebracht werden und weitere Tote aufgebahrt werden, es herrscht ein andauerndes Gewusel.

 

Unser nächster Aufenthalt war schon viel ruhiger, die  Boudha Stupa ist eine der heiligsten Stätten der Buddhisten. Die Buddhisten laufen alle um die riesige Stupa herum und drehen an den metallenen Gebetsrollen. Ein sehr besinnlicher und beruhigender Ort.