Diwali und die letzten Tage in Indien

Diwali und die letzten Tage in Indien

 

Jetzt ist es nur noch eine Woche und ich werde in den Flieger nach Helsinki steigen und dort ein neues Leben beginnen……

 

 

Der Helsinki Teil stimmt noch, aber diesmal werde ich nur eine Stunde am finnischen Flughafen verbringen und dann geht es endlich wieder in die Mutterstadt Berlin :)

 

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen von DIWALI.

Diwali ist das wichtigste Fest im Hinduismus, heißt übersetzt Fest des Lichtes und symbolisiert den Sieg des Guten gegen das Böse.

Wenn man nach einem europäischen Gegenstück sucht welches dasselbe Spektakel wie Diwali hier erzeugt, kombiniere man einfach  Weihnachten und Silvester. Die weihnachtlichen Elemente sind die unglaubliche Vorfreude, die massive Kommerzialisierung, es wird mit der Familie gefeiert und es gibt sehr sehr viele Geschenke. Silvester ähnelt es, da es nach dem alten Kalender die Willkommenheißung des neuen Jahres ist und bei einem „Fest des Lichtes“ natürlich die ganzen Kracher und Raketen nicht fehlen dürfen.

 

Neben Diwali begann auch schon teilweise die Zeit der Abschiede, ich war bei einer  Kollegin eingeladen durfte ihre süßen zwei kleinen Mädchen (2 und 5) und ihren Ehemann kennen lernen. Hier wurde mir nochmal klar, dass nicht nur die Oberschicht viel Personal hat. Von Kindermädchen, Putzfrau und Köchin war alles vorhanden. Da sie außerhalb von Delhi lebt, übernachtete ich im Gästzimmer und am nächsten morgen ging es gemeinsam wieder ins Büro.

 

Nach diesem indisch familiären Abend stand der nächste Abend ganz im Zeichen  des Delhier Nachtlebens. Erst war ich zu einem Geburtstagsessen eines Freundes eingeladen und dann ging es ins Urban, wo ich den Rest meiner deutsch-indischen Partyleute traf.

 

Die meisten Mitarbeiter hatten sich den Brückentag freigenommen und so war es  zwar recht einsam einen Tag vor Diwali im Büro, doch auch das hat seine Vorteile, im Stundentakt kam ein Bote vorbei und hat Diwali Geschenke vorbei gebracht :)

 

Diwali selbst habe ich mit meinem Gastgeber im Hyat Hotel bei richtig leckerem italienischen Essen verbracht, das war auch die richtige Entscheidung denn sobald es dunkel wurde, war die Feuerwerksschlacht auf den Straßen Delhis eröffnet.

 

Die letzten Tage in Delhi werde ich noch viele Leute das letzte Mal sehen :(

und sonst schon in Gedanken in Berlin bei meiner Familie und Freunden sein.

 

Es hat mich gefreut das ihr mich auf meiner Reise begleitet habt!

 

Luis in India

Kerala

Kerala

 

Wirklich fast schon schweren Herzens verliess ich die Strände Goas Richtung Süden. Ich hatte ein Nachtzugticket in der zweiten Klasse gebucht um die ca. 1000 km nach Kochi hinter mich zu lassen. Der Zug sollte um 22:00 losfahren und am frühen Nachmittag in Kochi ankommen.  Wieso ich das so betone?

Wie das mit dem SOLLTE in Indien so ist, kam der Zug natürlich 3 Stunden zu spät und währen um mich herum auf de Bänken auf dem Boden alle Inder gemütlich schliefen langweilte ich mich am Bahnhof. Als der Zug dann  endlich ankam, gabs kein Halten für mich. Wie ein guter Inder schnell reingedrängelt und die reservierte Liege beschlagnahmt, nachdem ich mein Gegepäck gut verstaut und mit diversen Ketten befestigt schlief ich auch recht schnell ein. Aufgeweckkt von einem Piksen in meiner Brust stand ein großer Inder, ja die gibt’s auch, vor mir und zeigte auf meine Schuhe und dann auf eine andere Liege…

Ich wusste wirklich nicht was er wollte und Englisch sprach er nicht, bis mir dank exzessiver Reiseführerlektüre einfiel, das es Inder mit Schuhen und Füßen so haben, denn diese gelten als unrein bzw. man zeigt damit nicht auf andere Menschen. Jetzt machte  seine Handbewegungen auch Sinn ich zeigte direkt auf sein Gesicht mit meinen Schuhen…also Schuhe ausgezogen und weiter geschlafen.  Irgendwann gegen 7 kommen die Tee – und Kaffeeverkäufer und beginnen ihre Verkaufgesänge. Irgendwann fragte ich einen Fahrer wann wir den  ankommen werden, er zuckte mit den Schultern und meinte später, nicht jetzt.

Als mir dann ein Sitznachbar mitteilte das es wohl noch 11-12 stunden werden,entschied ich mich weiter zu schlafen…

 

Zum Glück endet auch die längst Fahrt und ich war in Kochin bzw. Ernaukulum der neuere Teil der Stadt, ich hatte zum Glück schon ein Hotelzimmer reserviert und was sich auch als gut herausstellte, nur kleine Kakerlaken und auch nur im Badezimmer, was will man mehr :)

 

Die nächsten Tage erkundete ich Fort Kochin, die Altstadtinsel, sehr schöne alte Gebäude, sowohl niederländischem, portugiesischem oder englischem Einfluß zuortbar.

Am schönsten war aber die ganztägige Backwatertour, die Backwater sind ein verwinkelter aber zusammenhängendes Binnengewässer was von den Bergwassern gespeist wird und irgendwann ins Meer übergeht. Sehr idylisch zwischen den kleinen und großen Inseln lang zufahren. Leider wurde das Wetter immer schlechter und ich entschied mich meinen Kerala Aufenthalt zu verkürzen.

 

Da ich eh keine Zugtickets mehr bekommen habe nach Mumbai, flog ich am nächsten Tag nach Bombay (Mumbay). Selbst Fligen ist hier nicht ganz einfach, spät abends erhielt ich einen Anruf der GoAir, ja leider sei mein Flug gecancelt tut ihnen leide, aber sie wünschen noch einen schönen Abend. So spät waren die Internetcafes und Reisebüros natürlich schon geschlossen, dank meines Vaters, meinem Handy und dem Internet konnte dann doch noch ein Ersatzticket gebucht werden.