Kerala

Kerala

 

Wirklich fast schon schweren Herzens verliess ich die Strände Goas Richtung Süden. Ich hatte ein Nachtzugticket in der zweiten Klasse gebucht um die ca. 1000 km nach Kochi hinter mich zu lassen. Der Zug sollte um 22:00 losfahren und am frühen Nachmittag in Kochi ankommen.  Wieso ich das so betone?

Wie das mit dem SOLLTE in Indien so ist, kam der Zug natürlich 3 Stunden zu spät und währen um mich herum auf de Bänken auf dem Boden alle Inder gemütlich schliefen langweilte ich mich am Bahnhof. Als der Zug dann  endlich ankam, gabs kein Halten für mich. Wie ein guter Inder schnell reingedrängelt und die reservierte Liege beschlagnahmt, nachdem ich mein Gegepäck gut verstaut und mit diversen Ketten befestigt schlief ich auch recht schnell ein. Aufgeweckkt von einem Piksen in meiner Brust stand ein großer Inder, ja die gibt’s auch, vor mir und zeigte auf meine Schuhe und dann auf eine andere Liege…

Ich wusste wirklich nicht was er wollte und Englisch sprach er nicht, bis mir dank exzessiver Reiseführerlektüre einfiel, das es Inder mit Schuhen und Füßen so haben, denn diese gelten als unrein bzw. man zeigt damit nicht auf andere Menschen. Jetzt machte  seine Handbewegungen auch Sinn ich zeigte direkt auf sein Gesicht mit meinen Schuhen…also Schuhe ausgezogen und weiter geschlafen.  Irgendwann gegen 7 kommen die Tee – und Kaffeeverkäufer und beginnen ihre Verkaufgesänge. Irgendwann fragte ich einen Fahrer wann wir den  ankommen werden, er zuckte mit den Schultern und meinte später, nicht jetzt.

Als mir dann ein Sitznachbar mitteilte das es wohl noch 11-12 stunden werden,entschied ich mich weiter zu schlafen…

 

Zum Glück endet auch die längst Fahrt und ich war in Kochin bzw. Ernaukulum der neuere Teil der Stadt, ich hatte zum Glück schon ein Hotelzimmer reserviert und was sich auch als gut herausstellte, nur kleine Kakerlaken und auch nur im Badezimmer, was will man mehr :)

 

Die nächsten Tage erkundete ich Fort Kochin, die Altstadtinsel, sehr schöne alte Gebäude, sowohl niederländischem, portugiesischem oder englischem Einfluß zuortbar.

Am schönsten war aber die ganztägige Backwatertour, die Backwater sind ein verwinkelter aber zusammenhängendes Binnengewässer was von den Bergwassern gespeist wird und irgendwann ins Meer übergeht. Sehr idylisch zwischen den kleinen und großen Inseln lang zufahren. Leider wurde das Wetter immer schlechter und ich entschied mich meinen Kerala Aufenthalt zu verkürzen.

 

Da ich eh keine Zugtickets mehr bekommen habe nach Mumbai, flog ich am nächsten Tag nach Bombay (Mumbay). Selbst Fligen ist hier nicht ganz einfach, spät abends erhielt ich einen Anruf der GoAir, ja leider sei mein Flug gecancelt tut ihnen leide, aber sie wünschen noch einen schönen Abend. So spät waren die Internetcafes und Reisebüros natürlich schon geschlossen, dank meines Vaters, meinem Handy und dem Internet konnte dann doch noch ein Ersatzticket gebucht werden.

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